Vor dem Hintergrund der Frage, ob der souveräne Staat noch die angemessene Gestalt ist, in der sich menschliches Zusammenleben organisieren kann, klärt Marco Haase Grundfragen der Rechts- und Staatsphilosophie. Ausgangspunkt ist die erkenntnistheoretische Frage, was unter einem gesellschaftlichen Gebilde wie dem Staat zu begreifen sei. Dabei erweist sich, daß der Geltungs- und Wirkgrund einer staatlichen Rechtsordnung der freie, autonome Wille ist.Im Mittelpunkt der Untersuchung steht Hegels hermeneutische Rechts- und Staatstheorie, die einerseits von Kelsens positivistischer Rechtslehre, andererseits von Kants vernunftrechtlichem Ansatz abgegrenzt wird. Der Autor zeigt dabei die innere Denknotwendigkeit auf, die von Kelsen über Kant zu Hegel führt. Er weist nach, daß sich hinter Kelsens Begriff der Grundnorm das Problem des freien Willens verbirgt, und legt dar, daß die Frage, wie der freie Wille in der Welt wirken kann, zu Kants Theorie der Kunst führt, die zugleich den Schlüssel für die Deutung der Kantischen Erkenntnis- und Sozialphilosophie bildet. Auf diesen Ergebnissen aufbauend läßt sich zeigen, inwiefern Hegels Begriff des freien, sich selbst bestimmenden Geistes Gestalt in der Rechtsordnung des souveränen Staates gewinnt.Die Untersuchung macht nicht nur deutlich, inwiefern Kultur und Recht sich wechselseitig bedingen, sondern auch, daß die Frage nach der Souveränität des Staates und nach der Autonomie des Menschen zugleich die Frage danach ist, was den Sinn des Weltgefüges im ganzen begründet.
Format: Hardback
CONTRIBUTORS: Marco Haase
EAN: 9783161481772
COUNTRY: Germany
PAGES:
WEIGHT: 845 g
HEIGHT: 162 cm
PUBLISHED BY: JCB Mohr (Paul Siebeck)
DATE PUBLISHED: 2004-09-23
CITY:
GENRE: LAW / Jurisprudence
WIDTH: 238 cm
SPINE:
Book Themes:
Methods, theory and philosophy of law
Geboren 1967; Studium der Rechtswissenschaften und der Philosophie in Berlin, Grenoble, Freiburg und Edinburgh; 1994 Master of Science in Philosophie; 2002 Promotion; Rechtsanwalt in Berlin.