Für die Lutherische Orthodoxie war theologische Konsensbildung ein zentrales Anliegen. Wie ein solcher Konsens am besten zu erreichen sei, blieb allerdings umstritten. Ausgehend vom Beispiel der Universität Wittenberg und einem bislang unerforschten Quellenbestand von ca. 3.000 Disputationsdrucken untersucht Kenneth G. Appold, wie lutherisch orthodoxe Theologen das akademische Disputationswesen benutzt haben, um theologischen Konsens auf Basis freier intellektueller Zustimmung statt durch äußerliche Disziplin und Bekenntniszwang zu erreichen. Er stellt die institutionellen Rahmenbedingungen des Disputierens an der Wittenberger Theologischen Fakultät in der frühen Neuzeit sowie die Breite der theologischen Disputationsthemen dar und analysiert eingehend Disputationen zum Thema der Ekklesiologie. Der Konsens, so das Ergebnis der Untersuchung, der oft nach außen vorgehalten wurde, ermöglichte innerhalb der Universität akademische Freiheit und fungierte dabei auch als Resistenzfaktor im aufstrebenden landesherrlichen Absolutismus. Es entsteht ein Bild der Lutherischen Orthodoxie, welches in bislang unbekanntem Maße von geistiger Dynamik und innerer Pluralität geprägt ist.
Format: Hardback
CONTRIBUTORS: Kenneth G. Appold
EAN: 9783161482151
COUNTRY: Germany
PAGES:
WEIGHT: 701 g
HEIGHT: 162 cm
PUBLISHED BY: JCB Mohr (Paul Siebeck)
DATE PUBLISHED: 2004-09-22
CITY:
GENRE: HISTORY / Europe / General, HISTORY / Essays, RELIGION / General, RELIGION / Christianity / History, RELIGION / History
WIDTH: 238 cm
SPINE:
Book Themes:
History: theory and methods, European history: Renaissance, European history: Reformation, History of science, Philosophy of religion, Religious ethics, History of religion, Christianity, Christian Churches, denominations, groups, Theology, Religious institutions and organizations
Geboren 1965; 1994 Ph.D. Yale University (Religious Studies); 2001 Dr.theol.habil. Universität Halle-Wittenberg; Mitarbeiter am Zentrum für Reformationsgeschichte und Lutherische Orthodoxie und Privatdozent für Kirchen- und Dogmengeschichte an der Universität Halle-Wittenberg.