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Die Eigentümlichkeit des Weinkaufs
Den Ausgangspunkt der vorliegenden Untersuchung bildet die Frage, ob Lenels Entscheidung, den Weinkauf in den Sabinuskommentaren palingenetisch in einer eigenen Rubrik zu verorten, von den Quellen gestützt wird. Obwohl wirtschaftlich dem Kauf zugehörig, konnten Weintransaktionen aus dem Kaufrecht hinausfallen. Im griechischen Recht bildeten Lieferungskäufe über Wein einen eigenen Vertragstyp. Für das römische Recht ergab sich hingegen ein komplexeres Bild. Quellentexte, in denen der Kauf von Wein thematisiert wird, erlauben nur ausnahmsweise dogmatische Rückschlüsse auf andere römisch-rechtliche Vertragstypen. Das romanistische Schrifttum wird daher in Zukunft genau prüfen müssen, innerhalb welcher Grenzen Wein-Fragmente mit anderen vertragsrechtlichen Konstellationen vergleichbar sind.
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Himmel in uns; Das Selbstverständnis des Seelsorgers Valentin Weigel (1533-1588)
Als Valentin Weigel 1588 in Zschopau starb, hinterliess er ein umfangreiches handschriftliches Werk aus Traktaten, Predigten und Dialogen, das er zu seinen Lebzeiten nur einem kleinen Kreis von Freunden und Bekannten zugänglich gemacht hatte. Allen seinen Schriften ist eine lehrhafte Ausrichtung eigen; diese Beobachtung öffnet den Blick auf den Seelsorger Weigel. Seinen Anliegen ist die vorliegende Arbeit nachgegangen, in der Weise, wie dies unter der gegebenen Überlieferungslage möglich ist, nämlich durch die Berücksichtigung der historischen und kirchenpolitischen Verhältnisse und durch die Analyse zentraler Schriften. Durch Ersteres erhellen sich die Bedingungen, unter denen eine so radikal introvertierte Glaubensform, wie Weigel sie vertritt, hatte entstehen können, Letzteres zeigt Weigels Strategien, in prekären Lebenssituationen sichere Orientierung zu finden und anderen weiterzugeben.
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Eigenwerttheorie gewöhnlicher Differentialgleichungen
Der vorliegende Band ist eine Uberarbeitete und ergänzte Fassung der Vorlesungs- ausarbeitung "Eigenwerttheorie partieller Differentialg1eichungen, Teil 1" von Franz ReIliCh; diese Vorlesung hat RelIich im Wintersemester 1952/53 im Mathe- matischen Institut der Universität Göttingen gehalten. Ziel und Höhepunkt dieses Bandes ist die vollständige Darstellung der Weylschen Theorie der singu1ären gewÕhnlichen Differentialgleichungen zweiter Ordnung. RelIichIs Ausarbeitung hat siCh stets einer groBen Nachfrage bei Mathematikern und Pbysikern erfreut. Es entstand deshalb schon bald der Plan, dieses Manuskript als Buch zu veröffentlichen. Ich konnte diesen Plan bis Januar 1964 zurUckver- fOlgen, wo Professor G. Höhler (Karlsruhe) dem Springerverlag vorschlug, dieses Manuskript zu veröffentlichen. Bereits 1965 erklärte siCh Herr Jörgens bereit, die zur Herausgabe in den Heidelberger Taschenbüchern (wo dieser Band ursprünglich erscheinen sollte) erforderliche tJberarbeitung vorzunehmen. Diese Arbeit hat sich aus den verschiedensten Gründen immer wieder verzögert. Die tJberarbeitung selbst brachte neue SChwierigkeiten, von denen mir Herr Jörgens in zahlreichen Gesprächen immer wieder berichtete. Einerseits wollte er m/)g1ichst wenig am Rellichschen Text verändern, andererseits sah er die Notwendig- keft, moderne Begriffsbildungen und neuere Resultate aufzunehmen. Das Ergebnis besteht (soweit es die ersten beiden Kapitel betrifft) darin, daB der ursprüng- liche Text bis auf Korrekturen und geringfügige stilistische Veränderungen fast unverändert übernommen wurde. In den letzten Paragraphen der Kapitel I und II wurden Zusätze und Aufgaben angebracht, die die wichtigsten Punkte aus moderner Sicht nocbmals aufgreifen und ergänzen. In Kapitel III weicht di 'Darstellung stärker vom ursprUnglichen Manuskript ab.
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Erhard Weigel (1625-1699) und die Wissenschaften
Dieser Band enthält die überarbeiteten Fassungen von Vorträgen, die auf dem 6. Erhard-Weigel-Kolloquium am 10. Dezember 2011 in Jena gehalten wurden. Erstmals werden hier mehrere Disputationen, denen Weigel als Präses vorstand, einer wissenschaftshistorischen Analyse unterzogen. Anhand dieser Disputationen und der Philosophia Mathematica, einem Hauptwerk Weigels, wird gezeigt, dass der Jenaer Gelehrte in den Wissenschaften Astronomie, Physik und Mathematik eigenständige Beiträge leistete. Über die Weigelschen Disputationen hinaus wird das Disputationswesen an der Universität Jena im Allgemeinen untersucht. Der Komplex Weigel und die Wissenschaften wird in weiteren Beiträgen auf das personelle Beziehungsgefüge unter den Gelehrten ausgedehnt. Hierzu wird sich dem Weigel-Schüler Georg Albrecht Hamberger in einer biographischen Studie zugewendet. Ein Verzeichnis aller bekannten Weigel-Schüler rundet diesen Band ab.
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Sich zeigen und die Welt zeigen
Unsere Hoffnung hangt immer an dem Neuen, das jede Generation bringt; aber gerade weiJ wir nur hieraufunsere Hoffnung setzen konnen, verderben wir alles, wenn wir versuchen, das Neue so in die Hand zu bekommen, dajJ wir, die Alten, bestimmen konnen, wie es aussehen wird. Hannah Arendt heoretische "Eltern" der Arbeit sind Johann Friedrich Herbart, der Theore- T tiker und Praktiker einer gesellschaftlich verantworteten und doch indivi- duellen Erziehung, und Hannah Arendt, die politisch denkende und handelnde Theoretikerin der menschlichen Pluralitat und Freiheit. Aus meiner Sicht ist es nicht Zufall, daB beider Arbeiten zurn Ende des 20. Jahrhunderts ihre Re- naissance erleben: Sie sind Theoretiker der letztlichen Unverftigbarkeit und Individualitiit des Individuurns und wissen zugleich urn dessen soziale Abhan- gigkeit bei der Freiheit. Sie konnen darnit den Menschen der sog. Postmo- derne, wenn auch auf verschiedene Weise, ein Angebot daftir machen, wie man auch ohne tiberbauende, sinnstiftende Figur -sei es einen entlastenden Gott, das Schicksal oder die (Fortschritts-) Geschichte -nicht in Orientie- rungs-und Sinnlosigkeit verfallen moB, wenn man sich namlich auf die den Menschen gegebenen Moglichkeiten zum Umgang mit ihren Lebensbedin- gungen besinnt: die Dinge und die menschlichen Verhhltnisse zu erkennen und an ihnen teilzunehmen; die Welt darzustellen, sie zu analysieren und zu ordnen und das individuelle Dulden, Haben und Treiben zu mit BewuBtsein gewlihlten Grundsatzen in Beziehung zu setzen -so 1. F. Herbart.
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